Verrückt nach Meer und mehr
  Reisebericht Südamerika 2008
 

Dies war unsere zweite Reise mit einem Schiff von Royal Caribbean. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir über die Reederei das Komplettpaket mit Flug und allen Transfers gebucht. 

09.02.2008 Sao Paulo
Die Anreise verlief mit Lufthansa über Düsseldorf nach München und von dort aus nonstop in knapp 12 Stunden nach Sao Paulo. Nach unserer Ankunft verbrachten wir die erste Nacht im Hotel in der Stadt. 

10.02.2008 Sao Paulo - Santos
Am folgenden Tag wurden wir dann mit dem Bus zum Hafen von Santos gebracht, wo bereits die Splendour auf uns wartete. Die Busfahrt dorthin dauerte etwa 1:15 Stunden und führte und vorbei an Favelas, wunderschöner Natur und moderner Großstadt. Endlich hieß es "Leinen los" und wir machten uns auf den Weg nach Rio de Janeiro. 

11.02.2008 Rio de Janeiro
Bereits die morgendliche Anfahrt auf den Hafen von Rio de Janeiro war sehr beeindruckend. Beim Frühstück auf dem Pooldeck fuhren wir während des Sonnenaufgangs vorbei an der Copacabana und dem Zuckerhut. Ebenfalls haben wir einen ersten Blick auf die Christusstatue in der Ferne erhaschen können. Über Royal Caribbean hatten wir einen Ganztagesausflug mit den Highlights der Stadt gebucht. Unser erstes Ziel, vorbei am Sambadromo, ging in Richtung Corcovado. Am Fuße des Berges bestiegen wir die Bahn, welche uns in gut 30 Minuten an den Fuß der Christusstatue bringen sollte. Die Bahn führte uns durch den Tijuca-Nationalpark, einen der größten Stadtwälder der Welt. Oben angekommen, erklommen wir die letzten Meter zu Fuß und genossen anschließend die traumhafte Aussicht über die Stadt. Die Statue wirkt von hier oben riesig und es herrscht eine ganz besondere Stimmung. Leider ging es viel zu schnell wieder mit der Bahn nach unten, und entlang der verschiedenen Strandabschnitte von Ipanema und Leblon gelangen wir zu einem eher unscheinbaren Restaurant, in dem wir allerdings ein erstklassiges Mittagessen serviert bekamen. Nach der Lunchtime ging es weiter vorbei an der Copacabana und Leme zum Zuckerhut. Diesen erreicht man in zwei Abschnitten mit einer Seilbahn. Von hier oben aus hat man einen unbeschreiblichen Ausblick auf die Copacabana und den Rest der Stadt. Doch auch hier reichte die Zeit kaum aus, denn an einem Tag will man ja nun mal die gesamte Stadt per Schnelldurchgang erkunden. Zu guter letzt führte uns unser Tourguide zur neuen Kathedrale, welche von aussen eher einer Pyramide ähnelt und zum Opernhaus. Danach ging es zurück zum Schiff und acht ereignisreiche Stunden lagen hinter uns ...

12.-13.02.2008 Seetage
Die zwei folgenden Seetage hatten wir ursprünglich als Sonnentage eingeplant und wollten die Stunden ruhig und entspannt auf dem Pooldeck verbringen. Doch leider wurde daraus nichts. Bereits im Laufe des ersten Tages zog der Himmel immer weiter zu und die See wurde merklich unruhiger. Ein weiteres Indiz dafür, was noch folgen sollte, waren die mittlerweile in allen Treppenaufgängen ausgehängten Kotztüten.
Erst am späten Nachmittag des zweiten Seetages kurz vor der Einfahrt in den Rio de la Plata war es wieder ruhig und die Sonne ließ sich endlich blicken, was uns einen herrlichen Sonnenuntergang bescherte.

14.02.2008 Buenos Aires
In Buenos Aires haben wir ebenfalls über RCI einen Ausflug gebucht. Wir hatten eine vierstündige Tour zu den Highlight der Stadt vor uns. So haben wir u.a. den Friedhof Recoleta mit dem Grab von Evita Peron besichtigt, waren am Plaza de Mayo mit der Casa Rosada und hatten leider nur sehr kurzen Aufenthalt im bunten Stadtviertel „La Boca“, der Heimat von Fußballstar Maradona (als Anmerkung noch: Bloß nichts negatives über Maradona sagen, er ist in Argentinien ein Heiliger und ist so zu respektieren wie er ist).
Nachdem wir zurück auf dem Schiff waren und uns kurz gestärkt hatten, sind wir per Taxi noch in die Innenstadt gefahren und haben ein paar Stunden beim Shopping verbracht. Man merkt, dass viele der Einwohner italienische Vorfahren haben - unsere Taxifahrt zurück zum Schiff werden wir so schnell nicht vergessen!!! Die Schmach im Viertelfinale bei der WM 2006 tat dem Fahrer noch immer weh.

15.02.2008 Montevideo
Am nächsten Tag wartete Montevideo auf uns, und wieder gab es zur Hafeneinfahrt einen herrlichen Sonnenaufgang. Nachdem an der Stelle festgemacht wurde, an der seinerzeit die Graf Spee ihre letzte Reise antrat (hatte sich im zweiten Weltkrieg selbst versenkt um nicht den Alliierten überlassen zu werden), ging es wieder mit einer geführten Tour los. Zunächst gab es eine kurze Citytour, die uns einen schönen Einblick in das Leben der Urus bescherte. Es ging vorbei am Theater, Platz der Unabhängigkeit und es folgte eine Besichtigung des Parlamentsgebäudes, welches sich im internationalen Vergleich sehen lassen kann. Wirklich beeindruckend!
Nun verließ der Bus aber die Stadt und es ging raus aufs Land zur Estancia (Ranch) La Rabida.
Gauchos und die Kinder der Eigentümer empfingen uns voller Stolz auf Ihren Pferden. Zuerst starteten wir mit einer Fahrt mit den Oldtimer über die Ländereien der Estancia. Der Weg führte uns vorbei an Kartoffelfeldern, unzähligen Rinderherden bis hin zum Ufer des Rio de la Plata, welches an die Kreidefelsen auf Rügen erinnerte.
Wieder zurück auf der Ranch war das BBQ angerichtet. Schon alleine am riesigen Salatbuffet konnte man sich satt essen (so leckere Kartoffeln haben wir noch nirgendwo zuvor gegessen), aber erst das Fleisch, ...hmmmm, ohne Worte. Südamerika ist der Kontinent des Fleisches!!! Anschließend starteten diverse bekannte und eher unbekannte Aktivitäten, wie Schafscherern, Kühe melken, ausreiten und „Kuhlfellrodeo“ (man setzte sich auf ein Kuhlfell und wurde vom Gaucho per Pferd über die Wiesen gezogen). Leider war die Zeit viel zu kurz, und so ging ist schon wieder zurück zum Schiff. Bei herrlichem Wetter verließen wir Uruguay.

16.-18.02.2008 Seetage - Kap Horn
Leider waren die folgenden drei Seetage vom Wetter her nicht optimal. So wartete am ersten Tag dichter Nebel auf uns, was schon einen merkwürdigen Eindruck hinterlies, da man bei Sichtweite unter 50m überhaupt nichts sah und das Nebelhorn den ganzen Tag über seinen Dienst tat. Am zweiten Seetag war der Nebel weg, dafür aber der Seegang der ersten Seetage zurück, ab und an ein Regenschauer und weit und breit kein Land. Mit gut 23 Knoten ging es immer weiter gen Süden und so kam am Morgen des dritten Seetages wieder Land in sicht, die Staateninseln, schroffe Landschaften geformt von der kräftigen Winden. Ab und an schwammen Delphine und Seehunde am Schiff vorbei. Und so kamen wir Stunde um Stunde dem Kap Horn näher. Der Wind wurde immer stärker, aber trotz starker Bewölkung blieb es trocken. Gegen 15:00Uhr war es soweit, das Kap tat sich am Horizont auf. Es ist unbeschreiblich wie hier die Ozeane aufeinander treffen. Es hat fast den Anschein, als ob diese verbündet mit dem Wind, dem Schiff noch mal alles abverlangen wollten. Aber die Maschinen waren stärker. Und so konnten wir, nachdem ein Lotse aufgenommen wurde (dieser wurde mit einem Schlauchboot vom Lotsenschiff übergesetzt sobald die Splendour sich seitlich in den Wind gestellt hatte), das Kap umrunden. Kaum vorstellbar, dass in dem kleinem Haus auf dem Kap eine Familie mit Kind lebt. Nebenbei sind noch die Amerikaner zu erwähnen, die teilweise mit den urigsten Kleidungen bei dem Wind an Deck rumliefen. Ein Poncho ist nicht wirklich angebracht gewesen genau so wenig wie Bermudashorts bei gefühlten 5 Grad Celsius.

19.02.2008 Ushuaia
Aber so ging es weiter und am nächsten Tag wartete Ushuaia auf uns, die südlichste Stadt der Welt, direkt zwischen den letzten Ausläufern der Anden (inkl. Gletscher) und dem Beaglekanal . Neben uns im Hafen lag die Fram (Hurtigruten), zudem zwei Expeditionsschiffe für die Antarktis. Wenn einen hier nicht die Abenteuerlust packt!? Wir machten einen Ausflug in den Nationalpark Feuerland. Und so gab es Natur pur. Herrliche Berglandschaften, grüne Täler mit Seen und Flüssen. Dazu etliche Tiere, u.a. Füchse, Vögel und Kaninchen. Und dies am Ende der Panamericana. Auch wenn das Wetter im Minutentakt wechselte, war es doch ein besonderer Tag. Auch die Stadt selbst hat einen Flair, der seines gleichen sucht. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass jeder zweite seine letzten Vorbereitungen für die Fahrt in die Antarktis machte. Auch die Souvenirshops waren anders. Nicht der übliche Krimkrams, sondern Sachen, die man wirklich mit dem Ende der Welt in Verbindung bringen konnte. Zum Nachmittag riss der Himmel dann bedingt durch starke Winde, die in der Spitze Hurrikanstärke hatten (Ihr lest richtig), komplett auf, was zum einen diesen Ort nochmals beeindruckender werden lies, aber zum anderen auch ein Ablegen des Schiffes unmöglich machte. Mit fünf Stunden Verspätung konnten wir erst ablegen, und so passierten wir zwei Gletscher in tiefster Nacht, was eigentlich für den frühen Abend vorgesehen war (schade!).

20.02.2008 Punta Arenas
Gut drei Stunden der Verspätung wurden aber aufgeholt und so fanden alle Ausflüge, wenn auch zwei Stunden später, in Punta Arenas statt. Ein Lob an die Crew. Ähnliche Verspätungen bei AIDA führten bei uns mal zum Streichen diverser Ausflüge am Panamakanal. In Punta Arenas merkte man, dass die Stadt seit Bau des Panamakanals, ihren Nutzen verloren hatte. Es war die ärmste Stadt unserer Reise. Zwar war der Ausblick von oberhalb der Stadt über die Magellanstrasse beeindruckend und auch unser Ausflug zu den Pinguinen war schön, wenn auch komplett ins Wasser gefallen (in genau der Stunde, in der wir bei den Tieren waren, goss es wie aus Eimern). Aber irgendwie hatte dieser Ort nicht das Magische, wie die Ziele zuvor, bzw. die noch ausstehenden.

21.-22.02.2008 Seetage - Chilenische Fjorde
Es folgten zwei Tage in den chilenischen Fjorden. Der erste leider komplett verregnet und mit teilweise dichtem Nebel. Dafür aber mit einem Stop an einem Gletscher, auch wenn man wetterbedingt nicht wirklich gut sehen konnte. Einzelne Eisbrocken schwammen an uns vorbei und die Farbe des Wassers war einmalig. Leider sind gerade hier die Spuren der Klimaerwärmung unübersehbar. Der Gletscher hat in den letzten 10 Jahren mehr als eine Meile an Länge verloren. Der zweite Tag wartete aber mit deutlich besserem Wetter auf uns, und die Fjorde zeigten ihre ganze Schönheit. Herrliche Landschaften, Vulkangletscher (einer beindruckender als der andere), Unmengen von Vögel, Fischen, Seehunden usw..

23.02.2008 Puerto Montt
Am nächsten Tag liefen wir Puerto Montt an. Leider war es auch hier morgens noch zugezogen, zudem taten Rauchschwaden von Waldbränden ihr übriges. Nach einem kurzen Besuch des örtlichen Marktes ging es weiter nach Puerto Varas, am Llanquihue-See gelegen. In der Stadt waren noch einzelne Spuren deutscher Einwanderer aus dem 19. Jahrhundert zu sehen, so gab es hier und da „Kuchen“. Die Bauweise der Häuser und auch die Blumenvielfalt war sehr „deutsch“. Schon ging es aber weiter zu den Saltos de Petrohúe. Auf der Fahrt dorthin riss endlich, wie vom Reiseleiter versprochen, die Himmel auf. Und so hatten wir einen herrlichen Blick auf den schneebedeckten Vulkan Osorno, den es kurz darauf per Bus hinaufging, um einen noch schöneren Blick über das gesamte Umland zu erhalten. Wahnsinn!!! Bei einem leckeren Corona genossen wir die Aussicht. Es ging weiter zu einer kleinen Lagune und anschließend zur deutschen „Wassermühle“ zum Essen. Auch hier waren die gebotenen Speisen wieder vom feinsten. Das wünscht man sich ab und an in Europa. Über die Panamerikana ging es zurück zum Hafen und bei starkem Wellengang per Tender zurück zum Schiff. Mal eine wirklich lustige Tenderfahrt!!!

24.02.2008 Seetag
Der letzte Seetag lag vor uns, und wie es auf dieser Reise nun mal war, machte uns auch hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach zwei Stunden herrlichstem Sonnenschein kam plötzlich Nebel auf und mit dem Sonnen war es vorbei. Wir wurden mal wieder mit dem Nebelhorn aus unserer Ruhe gerissen. Relativ schnell gingen auch die Temperaturen merklich runter. Das sollte einfach nicht sein auf dieser Reise und so wartete die Tischtennisplatte ein letztes Mal auf uns.

25.02.2008 Valparaiso - Santiago de Chile
Der Abreisetag verlief reibungslos. In Valparaiso genossen wir den Sonnenaufgang währen ein Seehund durchs Hafenbecken schwamm. Die Einreise verlief, wenn auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber dennoch sehr zügig. Die Chilenen erlauben es nicht, dass komplette Gepäck eigenständig von Bord zu nehmen. Lediglich Handgepäck darf mitgeführt werden. Die Koffer wurden bereits nachts von Bord geschafft und von der Einwanderungsbehörde im Hafenterminal überprüft. Nachdem wir selbst im Hafenterminal unsere Immigrationpapiere den Beamten gezeigt und die Drogenspürhunde an unserem Handgepäck geschnüffelt hatten, ging es anschließend per Bus raus aus der Stadt und vorbei an riesigen Weintäler nach Santiago de Chile zum Flughafen. Dieser war, gerade im Vergleich zu Sao Paulo, sehr modern. Hier durften wir dann vor dem Flughafenterminal auch endlich unsere Koffer aus der Menge heraussuchen. Trotz großer Skepsis war unser Gepäck tatsächlich dort, und ehe man sich versah, saßen wir auch schon wieder im Flieger.

Fazit:

Leider war das Schiff diesmal nicht auf dem Niveau, wie wir es von RCI kannten. Die Kabine hatte ein paar Mängel und auch das Essen im Restaurant war nicht von der gewohnten Qualität (lag vielleicht am englischen Chefkoch). Zudem war ein Großteil des portugiesisch sprechenden Publikums sehr gewöhnungsbedürftig. Dafür hatten wir aber einen lustigen Tisch beim Abendessen. Ein englisches und ein amerikanisches Paar sowie zwei Kanadierinnen sorgten allabendlich für heitere Stimmung, die ein ums andere Mal an der Bar endete.

Und wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis betrachtet, haben wir hier eine nicht alltägliche Reise gemacht zu einem Preis, wofür man bei AIDA noch nicht einmal Premium 14 Tage Karibik bekommt. Ebenfalls erwähnenswert das Clown & Anchor Programm von RCI. Obwohl es erst unsere zweite Reise mit dieser Reederei war, kamen wir dennoch in den Genuss diverser Vergünstigungen und Aktionen und haben beinahe jeden Abend ein Präsent auf unserer Kabine vorgefunden. Hier spürt man noch, dass die Reederei sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht, sondern was für die Kundenbindung tut.

Die Reiseroute an sich war absolut genial.

Nachdem wir vor Reiseantritt nicht wussten, was auf uns zukommt, gerade was Armut und Kriminalität in den Ländern Südamerikas angeht, können wir nun nach wunderschönen 15 Tagen allerdings alle Befürchtungen vergessen und in Erinnerungen schwelgen. Südamerika ist nicht nur eine Reise wert. Wir werden garantiert wiederkommen.

 
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